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Nun hat er „Grünes Licht“ der Lausitz Ring. Wohl kaum ein Projekt war und ist so umstritten, wie die 310 Millionen Mark teure Renn und Teststrecke mit allem Drumherum in der Lausitzer Heide. Zwischen „Rennwunder“ in der Lausitz über „Fieberhaftes Ringen um Lausitz Ring“ bis zu "Projekt ist gestorben“ bewegten sich die Schlagzeilen. Jetzt ist derStart freigegeben, 1999 könnte das erste Rennen losgehen. Rudi Fritz, Susann Michalk und Wolfgang Swat trugen Fakten, Zahlen und Meinungen zum Spektakel „Lausitz Ring“ zusammen.



Zahlen &FaktenBearbeiten


LageBearbeiten


Das Gelände des Lausitzrings liegt im Amt Schipkau, Kreis Oberspreewald Lausitz, direkt an der

  • BAB A 13, Ausfahrt Klettwitz, ca. 100 km südlich von Berlin und 60 km nördlich von Dresden
  • Gesamtgröße einschließlich Komplementärprojekte: 570 ha, davon für die Anlage des Lausitzrings: 367 ha
  • internationaler Einzugsbereich von ca. 19 Mio. Einwohnem im Umkreis von 200 Autokilometern bis nach Südpolen und Tschechien
  • erreichbar über drei Autobahnausfahrten, davon zwei ohne Ortsdurchfahrt
  • beabsichtigte Anbindung an das Nahverkehrsnetz der Deutschen Bahn



MotorsportBearbeiten


  • Europas erstes Zwei Meilen Hochgeschwindigkeits¬-Trioval (Länge: 3,2 km)
  • Grand Prix Strecke innerhalb des Triovals, geeignet für alle nationalen und internationalen Formelklassen sowie alle Motorradklassen (Länge: 4,5 km)
  • Lankstreckenkurs durch Verbindung der Grand Prix¬-Strecke mit dem großen Testoval (Länge, 11,3 km)
  • alle für den Motorsport notwendigen, Hilfseinrichtungen wie Boxenanlage mit Boxengasse, Fahrerlager, techni¬sche Abnahme, Tankanlage, Pressezentrum und Renpleitungsturm mit modernster Kommunikatignstechnik, einschließlich, TV sowie Medical Center
  • Tribünehplätze um das wie ein Stadion gestaltete Trio¬val, bei dem die gesamte Rennstrecke innerhalb dieses Stadions von allen Sitzplätzen wird einsehbar sein, was einmalig in Europa ist. Gesamt sind ca. 120 000 Plätze vorhanden, von denen sich ca.. 25 000 im, Bereich der Haupttribüne befinden, davon ca. 10 000 Plätze im überdachten Bereich der Haupttribüne.
  • Hospitality-Fläche für den Aufbau von Sponsorenzelten/-lounges (Größe ca. 2,8 ha)
  • Ca. 40 000 Parkplätze, von denen ca. 15 000 als Dauerparkplätze ausgestaltet sind



Technologie/TestenBearbeiten


  • 4 Testovale unterschiedlicher Länge bis hin zu dem ca. 5,8 km langen, mit einer Geschwindigkeit von 75 km/h querkraftfrei befahrbaren Ovalkurs mit 2,3 km langen Geraden
  • alle Rennstrecken sowie das Fahrerlager geeignet für Handlingtests bzw. Hochgeschwindigkeitsversuche
  • ABS Strecke
  • Geräuschmeßplatz
  • Skid Pad für Schleuderversuche



Event/TourismusBearbeiten


  • Campingplatz (Größe. ca. 6,3 ha)
  • Eventfläche für Großveränstaltungen mit mehr als 100 000 Besuchern (Größe: ca. 7,8 ha)
  • ausgestattete VIP Lounges in der Haupttribüne
  • mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattetes Pressezentrum



KomplimentärprojekteBearbeiten


  • TechnologiezentrumdesDEKRA e.V. direkt neben dem Testgelände mit den Bereichen Typprüfungen, Sicherheitsprüfungen, Abgasforschung und diversen Prüfständen etc.
  • Freizeitpark als Themenpark für die Familie mit zahlreichen attraktiven Fahrgeschäften auf einer Gesamtfläche bis zu 110 ha.
  • Verkehrsübungsanlage und Kartbahn (Größe: ca. 22 ha)
  • Motorradsportzetrum mit Enduro-, Cross und Sandbahn (Größe ca. 22 ha.)
  • Hotel- und Gastronomoestandorte
  • Gewerbeflächen (Größe ca. 2,4 ha)



START

Lausitz Ring: Der Traum wird warBearbeiten


Einigung auf ein Finanzierungs und Betreibermodell macht den Weg frei für ein Millionenprojekt

Das Projekt Lausitz Ring/Dekra Eurodrom steht. Es ist sosgar davon die Rede, daß noch in diesem Jahr Baubeginn sein soll. Die Bankgesellschaft Berlin, die das Hauptrisiko übernimmt, der Dekra e.V., der ADAC Belin-Brandenburg und das Land Brandenburg haben sich als Voraussetzung dazu auf ein Finanzierungs- und Betreibennodell verständigt, das sie gestern nachmittag in Potsdam der Presse vorstellten.
Für Wirtschaftsminister Burkhard Dreher, (SPD), der für diese Prätsentation eigens seinen Urlaub unterbrochen hatte, wird damit „aus, der Vision ein Projekt“. Die ausgekohlte Lausitz habe davon seit Jahrzehnten geträumt. Er sei sicher, so Dreher, daß hier keine Investitionsruine entstehen wird. Das Modell sei so abgesichert, daß es dem öffentlichen Engagement entspricht. Es handelt sich immerhin um 241 Millionen Mark, die im.Auftrag des Landes von der Investitionsbank als Fördermittel ausgereicht werden.
Der Konzern Bankgesellschaft Berlin übernimmt die „strukturierte Finanzierung an der Schnittstelle zwischen privater und öffentlicher Finanzierung“, erläute der Vorstandssprecher der Landesbank Berlin Ulf Wilhelm Denken. Maßgebend für die Entscheidung der Bankgesellschaft zugunsten eines solchen Engagements (ein Kredit in Höhe von 65 Millionon Mark) war eine umfassende Wirtschaftslichkeitsprognose, in der die Chancen, Risiken und Ertragsstrukturen eingehend analysiert wurden.
Diese Prognose geht von Ertragspotentialen sowohl im Bereich Motorspert aus (ohne dabei mögliche Formel I Renen einzubeziehen) als auch in den Bereichen Testen, kulturelle Veranstaltungen, Tourismus und Lehrgänge. Es wird mit einer großen Anziehungskraft auf alle Wirtschaftsbereiche gerechnet, die die Kfz Technologie berühren, aber auch von Effekten aus umfangreichen Freizeitaktivitäten bis hin zu Rock und Pop Konzerten. Wirtschaftsminister Dreher bleibt dabei, daß diese Infrastuktur-Investition am Schluß tatsächlich zur Schaffung von 1500 Arbeitsplätzen führt.
Maßgeblichen Anteil an der Projektentwicklung hat die Dekra-Unternehmensgruppe. Mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Mark wird sie an der Strecke ein Technologiezentrum schaffen und dabei im Rahmen seiner Test , Forschungs und Entwicklungsaktivitäten auf einen Teil der Rennstrecke zurückgreifen. 60 sichere Dauerarbeitsplätze entstehen hier. Wie Prof. Gerhard Zeidler erklärte, sieht Dekra diese Lausitz Aktivitäten vor allem auch unter dem Blickwinkel, der eigenen Zukunftssicherung und im Hinblick auf bereits laufende Aktivitäten in Osteuropa mit Tochtergesellschaften in Tschechien, Polen, Ungarn und der Slowakei.
Der.ADAC Berlin Brandenburg wird den Ring mit motorsportlichem Leben füllen, die Veranstaltungen koordinieren und zum Teil selbst durchführen. Obwohl in der.Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht enthalten, sind für Gerhard Gottlieb (ADAC Vorstandsmitglied Sport) Formel-1-Rennen nach dem. Jahr 2001 noch durchaus drin.
Doch auch ohne dieses „Sahnehäubchen“ sieht Gottlieb viele motorspordiche Highlights auf dem Lausitz Ring: Bereits jetzt hat sich der ADAC um die Austragung der Motorrad Weltmeisterschaften nach dem Jahr 2000 in der Lausitiz beworben. Formel 3-Rennen, die Deutsche Tourenwagen Trophy, Deutsche Motorrad Meisterschaften, Superbike-Meisterschaften – Gottliebs Katalog der Möglichkeiten sind lang.
Der eigentliche Macher wird ab sofort Andreas Quint, Geschäftsführer der IBG-Inmobilien- und Baumanagement der Bankgesellschaft Berlin, sein. An ihn hat, so Dr. Werner Martin vom seitherigen Förderverein Lausitz Ring, man nun den Stab weitergegeben. Für Quint beginnt die Arbeit heute schon. Die Ausschreibungen können nun starten. Noch in diesem Jahr soll gebaut werden, 1999 sollen die ersten Veranstaltungen stattfinden und 2000 der Ring voll in Betrieb gehen.
Dann erwartet die Kreditgeberin auch den ersten cashflow, den ersten Rückfluß des eingesetzten Kapitals. Doch durchaus ist man gerüstet, daß es langsamer anlaufen könnte. Dann weiß man schon heute sicher, daß Stundungen nicht ausgeschlossen sind.